Beschreibung der Schule

Die Friedrich-Fröbel-Schule (FFS) ist eine Förderschule des Kreises Offenbach mit zwei Schulformen, die im Rahmen der Entwicklung der „Modellregion Inklusion Kreis Offenbach“ einem Veränderungsprozess unterworfen ist. Die FFS ist eine …

  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen mit derzeit noch 4 Klassen, die zum Ende des Schuljahres 2018/19 ausläuft.
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung mit derzeit 13 Klassen, die weiterhin unverändert bestehen bleibt und Schülerinnen und Schüler aus dem Westkreis Offenbach (Neu-Isenburg, Heusenstamm, Dreieich, Langen, Egelsbach, Dietzenbach, Obertshausen, Rödermark und Teilen von Rodgau) aufnimmt.

Die FFS ist gleichzeitig sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) und für die Beratungsarbeit in den Regelschulen in ihrem Umfeld in Neu-Isenburg und Heusenstamm zuständig. Außerdem sind wir Ansprechpartner im Bereich Übergang Kindergarten – Schule für Eltern, Kindergärten, Logopäden, Therapeuten und Grundschulen für das gesamte Einzugsgebiet der Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung (Westkreis Offenbach Land).

Die Friedrich-Fröbel-Schule ist Ganztagsschule mit Profil 1 (GTA) und bietet an einem Nachmittag verbindliche Wahlangebote für die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe der Schule für Sprachheilförderung an (dieses Angebot wird sukzessive auf drei Nachmittage ausgebaut) und an drei Nachmittagen für die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Hauptstufe der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Zum 30.09.2015 hat die Schulgemeinde den Antrag an den Schulträger gestellt Ganztagsschule mit Profil 3 zu werden um somit die Nachmittagsangebote und das Betreuungskonzept weiter ausbauen zu können.

Die Friedrich-Fröbel-Schule als Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung unterscheidet sich von der Regelschule durch Unterricht in kleineren Gruppen (max. 12 Kinder) und zusätzliche Förderangebote. Sie umfasst insgesamt 13 Klassen: derzeit eine Vorklasse, zwei erste Klassen und zwei zweite Klassen, die altersgemischt unterrichtet werden, zwei dritte Klassen, zwei vierte Klassen, zwei fünfte und zwei sechste Klassen. In der Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung wird nach den Lehrplänen der Regelschule gearbeitet, d.h. bis zur 4. Klasse nach den Grundschullehrplänen und in der 5. und 6. Klasse in der Regel nach den Haupt- oder Realschullehrplänen. Sie ist eine Durchgangsschule, die anstrebt die Schülerinnen und Schüler schnellstmöglich in die Regelschule zurück zu schulen und endet spätestens nach der 6. Klasse.

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen umfasst derzeit noch 4 Klassen: eine Klasse im Mittelstufen- und drei Klassen im Hauptstufenbereich/Berufsorientierungsstufe. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klassen werden nach einem eigenen Lehrplan unterrichtet, der speziell auf ihr individuelles Lernniveau abgestimmt ist und erhalten am Ende ihrer Schulzeit den Berufsorientierten (BO) Abschluss. Schwerpunkt der Arbeit im Hauptstufenbereich stellt die Berufsvorbereitung dar sowie das Angebot von Englischunterricht und die Einführung in die Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Schülerinen und Schüler der Klasse H4 bereiten sich derzeit auf ihren Hauptschulabschluss vor. Die Prüfungen erfolgen in Kooperation mit der Brüder-Grimm-Schule Neu-Isenburg.

In den letzten Jahren rückte zunehmend das Themenfeld der sozialen und emotionalen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Beratungstätigkeit und des Unterrichts in den Vordergrund. Daraus resultierte die Konzeptionsentwicklung eines Förderbandes im Bereich soziale und emotionale Entwicklung sowie diverse Fortbildungen des Kollegiums in diesem Bereich, um auf die Belange der Kinder annehmend und fördernd eingehen zu können. In diesem Zusammenhang ist die bereits seit 2011 bestehende Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Traumatherapeuten Alè Duarte entstanden, der weltweit mit traumatisierten Kindern in Erdbeben- und Krisengebieten (u.a. in China, Japan, Syrien) arbeitet. Die Erkenntnisse aus diesen seither jährlich stattfindenden Workshops sind überaus hilfreich und gewinnbringend für unsere Arbeit mit Schülerinnen und Schülern.

Auch die Zahl der autistischen Kinder nimmt in den letzten Jahren immer weiter zu. Es ist schwierig, mit den Kindern in Kontakt zu treten bzw. ihr soziales Lernen anzuregen. Durch die Beschäftigung mit diversen pädagogischen Konzepten ist die Idee der Arbeit mit einem Therapiehund entstanden, der seit 2009 täglich mit der Sekretärin in die FFS kommt. Das Konzept ist in Abstimmung mit allen Gremien fest an der Schule implementiert – sehr zur Freude aller Kinder!

Seit dem Schuljahr 2007/2008 arbeiten viermal pro Woche zwei Logopäden in die FFS, die auf Krankenkassenrezept Sprachtherapie anbieten. Die Eltern sind dadurch im Nachmittagsbereich entlastet und haben geringere Wartezeiten bis zum Therapiebeginn. Für die Lehrkräfte vereinfacht sich der Austausch und das Hand in Hand Arbeiten.

Im Schuljahr 2015/16 gibt es an der Friedrich-Fröbel-Schule 17 Klassen mit insgesamt 184 Schülerinnen und Schülern sowie zusätzlich 4 Schülerinnen und Schülern mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, die im Rahmen der Kooperation mit der Janusz-Korzcak-Schule in Langen an der FFS unterrichtet werden.

In der Schule für Sprachheilförderung werden 13 Klassen mit 140 Kindern und in der Schule für Lernen 4 Klassen mit 44 Kindern unterrichtet.

Durch die konstant gestiegenen Schülerzahlen sind bereits seit langem die Raumkapazitäten an der Friedrich-Fröbel-Schule erschöpft, so dass derzeit 4 Klassen (die Vorklasse und die Klassen 1 und 2) in der Albert-Schweitzer-Schule in der Dependance Buchenbusch untergebracht sind. Es findet dort eine räumliche, organisatorische und inhaltliche Kooperation mit den Grundschullehrkräften und Grundschulklassen statt. Insbesondere sind die konzeptionelle Entwicklung zur altersgemischten Eingangsstufe sowie die Kooperation zum Bildungs- und Erziehungsplan 0 – 10 (BEP) zu erwähnen. Durch den Abbau der Schule für Lernen können die Klassen sukzessive in den nächsten Jahren von der Dependance in das Haupthaus in der Offenbacher Straße zurück verlegt werden.

Beratungs- und Förderzentrum (BFZ)

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die in der Regelschule bzw. im Übergang Kindergarten – Schule Auffälligkeiten sowohl im Lernen, im Verhalten oder in der Sprache zeigen, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Lehrkräfte der Friedrich-Fröbel-Schule betreuen präventiv im Bereich der vorbeugenden Maßnahmen Schülerinnen und Schüler in den Regelschulen, bei denen Lern-, Verhaltens- und/oder Sprachprobleme auftreten sowie hochbegabte Underachiever, führen Beratungsgespräche mit Lehrkräften und Eltern, unterstützen die Lehrkräfte beim Entwickeln von individuellen Förderplänen und beim Finden geeigneter inner- und außerschulischer Unterstützungsmöglichkeiten. Ziel der Beratungstätigkeit ist es, dass die Schülerinnen und Schüler im Regelschulsystem bleiben können.

Inklusiver Unterricht (IB)

Die Novellierung des Hessischen Schulgesetzes 2011 ermöglicht die inklusive Beschulung von Kindern mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung in der allgemeinen Schule. Anträge hierfür können durch die Schule oder von den Eltern gestellt werden und müssen bis zum 15.12. des jeweiligen Jahres an der Schule vorliegen. Die Entscheidung über den Anspruch auf sonderpädagogische Förderung sowie eine Empfehlung für die inklusive Beschulung trifft ein Förderausschuss. Die Umsetzung ist von personellen, sächlichen und räumlichen Möglichkeiten abhängig und muss vom Staatlichen Schulamt genehmigt werden.

Die Stunden für die präventiven, vorbeugenden Maßnahmen (VM) und für die inklusive Beschulung (IB), die der FFS vom Hessischen Kultusministerium zugewiesen werden, werden an die dem BFZ der FFS zugeordneten allgemeinen Schulen in Neu-Isenburg und Heusenstamm verlässlich weiter gegeben. Der Einsatz unserer BFZ-Förderschullehrkräfte ist in den Kooperationsvereinbarungen mit den jeweiligen Schulen geregelt.

Einzugsgebiet der Schule

Die Schülerinnen und Schüler der Vorklasse und der Klassen 1 bis 4 der Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung kommen aus dem gesamten Westkreis Offenbach, d.h. aus Neu-Isenburg, Heusenstamm, Dreieich, Langen, Egelsbach, Obertshausen, Dietzenbach, Rödermark und Teilen von Rodgau. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 kommen aus dem gesamten Kreis Offenbach. Alle Schülerinnen und Schüler werden mit Schulbussen gefahren, wenn sie weiter als 2 km von der Schule entfernt wohnen.

Die Schülerinnen und Schüler, die die Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen der Friedrich-Fröbel-Schule besuchen, kommen in der Regel aus Neu-Isenburg und Heusenstamm. In der Regel fahren sie – je nach Alter – mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Eltern aus dem Kreis Offenbach stellten bislang häufig einen Gestattungsantrag und wünschten, dass ihre Kinder weiterhin die Friedrich-Fröbel-Schule besuchen, wenn sich deren Anspruch im Einzelfall von sonderpädagogischem Förderbedarf im Sinne der Schule für Sprachheilförderung aufgrund umfangreicherer Beeinträchtigungen in den Anspruch Lernen gewandelt hat. Diese Möglichkeit entfällt zunehmend, da die Schule für Lernen an der FFS bis 2018/19 ausläuft.

Ganztagsangebot Profil 1 (GTA)

Die Schulgemeinde beantragt seit 2003 den Ausbau der Friedrich-Fröbel-Schule zur gebundenen Ganztagsschule, wurde 2004 Schule mit Pädagogischer Mittagsbetreuung, was inzwischen gleichbedeutend ist mit Ganztagsangebot Profil 1 und bekam eine Lehrerstelle vom HKM zugewiesen.

Das Konzept hat sich im Laufe der Jahre ständig weiter entwickelt und inzwischen nehmen – Dank der Unterstützung durch die Stadt Neu-Isenburg – bereits ca. 90 Schülerinnen und Schüler ein Mittagessen in der Schule ein und werden von dienstags bis donnerstags von 13.30 – 14.50 Uhr in verbindlichen Wahlangeboten gefördert. Die Grundlage für die Förderung ist der individuelle Förderplan der Schülerinnen und Schüler.

Um das Nachmittagsangebot weiter ausbauen zu können, wurde zum 30.09.2015 auf Beschluss aller Schulgremien der Antrag auf Aufnahme in das Ganztagsprogramm mit Profil 3 gestellt.