Schulhunde

Dreimal vier Pfoten – Hund gestützte Pädagogik an der Friedrich-Fröbel-Schule

Zwei unserer Hunde, Nanuk und Wallace, begleiten die Lehrpersonen, die auch die Besitzerinnen sind, regelmäßig in deren Unterricht.

Socke ist unser Hund für alle Fälle. Er unterstützt die Arbeit unseres Förder-Bandes ebenso wie die Einzelarbeit zum Beispiel mit autistischen Schülerinnen und Schülern. Er besucht nach Absprache auch einzelne Klassen, entweder zur Bereicherung des Sachkunde- bzw. Biologieunterrichts oder einfach auch mal als besondere Belohnung. Unterstützt wird er hierbei immer von seiner Besitzerin, unserer Sekretärin Frau Zimmermann.

Selbstverständlich haben unsere drei pädagogischen Hilfskräfte eine Ausbildung zur Grunderziehung absolviert, sie werden regelmäßig geimpft und entwurmt sowie dem Tierarzt vorgestellt. Socke und

Nanuk machen gerade die Ausbildung zur Hundgestützten Pädagogik in der Schule. Bundesweit gibt es bereits etwa dreißig Schulen, Tendenz stetig steigend, in denen die haarigen “pädagogischen Hilfskräfte ” den Unterricht begleiten und allein durch ihre freundliche, zwanglose Art die Motivation der Klasse deutlich steigern. Die sympathischen Vierbeiner erhöhen die Lust am Lernen, helfen mit, Team- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln. Sie verhalten sich empathisch und spüren die Stimmungen der Schülerinnen und Schüler.

Hunde in der Schule fördern das Verantwortungsbewusstsein. Die Schülerinnen und Schüler erleben sich in einer anderen Rolle: Sie sind diejenigen, die für jemanden sorgen müssen, statt selbst versorgt zu werden. Sie müssen Verantwortung übernehmen, damit der Hund sich in der Schule wohlfühlen kann. Hunde bewirken im Unterricht eine positive Veränderung des Klassenklimas und des Sozialverhaltens, dies wiederum fördert bei den Schülerinnen und Schülern die seelische Ausgeglichenheit und das Wohlbefinden und führt letztlich zu einer konzentrierteren und disziplinierteren Arbeitsweise.

Mit dem Hund wird den Schülerinnen und Schülern automatisch ein ganzheitliches Angebot gemacht, das lebensnah ist, sinnliche und emotionale Bedürfnisse befriedigt. Der Hund macht ein sensorisches und taktiles Angebot, das sonst nur über künstliche Arrangements geschaffen werden kann. Dies alles sind Aspekte, die besonders in Förderschulen nicht zu vernachlässigen sind.

So komisch es klingt: dem Hund ist es völlig gleichgültig, welche Hautfarbe oder welche Kleidung sein Partner hat. Er nimmt den Menschen wahr und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern sich selbst und die Gruppe auf einer unbelasteten Ebene neu kennenzulernen. Dies ist besonders wichtig für Schülerinnen und Schüler mit ADS/ADHS.

Wer nicht das Glück hat mit einem Hund aufzuwachsen, muss erst lernen, wie man sich Hunden gegenüber richtig verhält. Der gemeinsame Unterricht mit den Hunden hilft den Schülerinnen und Schülern Ängste durch Verständnis und Respekt abzubauen und Vertrauen aufzubauen.Dies muss allmählich erfolgen – das war und ist für uns selbstverständlich! Das Kennenlernen vollzieht sich üblicherweise in kleinen Schritten, durch zunächst zeitlich begrenzten Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern, schrittweise Annäherung an den Lärm und die Hektik auf den Fluren bzw. auf dem Schulhof. Das Festlegen verbindlicher Verhaltensregeln für Schülerinnen und Schüler gehört genauso dazu wie die Rücksichtnahme auf ängstliche Kinder, Kolleginnen und Kollegen und Eltern. Alle Gremien der Friedrich-Fröbel-Schule haben einhellig das Projekt befürwortet!